5 Kirchen
St. Antonius Rixbeck
St. Antonius Rixbeck

St. Antonius Rixbeck
© Bernhard Meilfes
St. Antonius Rixbeck
© Bernhard Meilfes

Rixbeck bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus 14 Höfen im Oberdorf und am Berge. Mit der Industrialisierung wuchs die Gemeinde von 133 auf 312 Personen an. So kam bereits 1910 der Gedanke auf, einen Doppelbau von Schule und Kirche zu errichten. Kriegs- und Nachkriegszeit und die Inflation verzögerten das Vorhaben. Mittlerweile war die Bevölkerung auf 420 Personen gestiegen. Bis auf eine Familie waren alle katholisch. Die Schule wurde 1924 mit viel Eigenleistung erbaut. Schule und Kirche gehörten stets zusammen. Während noch an der Schule gebaut wurde, legte man bereits den Grundstein für die Kirche. Der Pfarrer in Esbeck war gegen den Kirchbau; die Rixbecker aber wollten eine Kirche. Es wurde in Kapellenbauverein gegründet, der alles, einschließlich der Finanzierung, übernahm. Dem Verein gehörten alle Rixbecker an. „Die Kirche ist somit Eigentum sämtlicher Gemeindeinsassen“. Spenden, Darlehen und Eigenleistungen brachten den größten Teil der Kosten auf. Von den veranschlagten 100 000 Mark wurde nur 28 000 Mark wirklich ausgegeben.

Die Eichen, die auf dem gestifteten Gelände standen, wurden in dem heimischen Sägewerk verarbeitet. Die Bauern fuhren kostenlos die Baumaterialien herbei. Die Arbeiter entluden die Wagen und leisteten Handlangerdienste. Selbst die Schulkinder halfen beim Speis zubereiten. Die politische Gemeinde übernahmen Zinslasten und aus dem Verkauf des Stromnetzes steuerte sie 10 000 Mark bei. Die Rixbecker Männer bauten in Eigenleistungen den Hohen Weg aus, die dadurch eingesparten Beträge liefen in die Kirchbau. Der Schützenverein ließ sogar das Schützenfest ausfallen, damit die Menschen die ersparten Gelder spenden konnten.

Nach drei Monaten konnte bereits Richtfest gefeiert werden und nach nur 15-monatiger Bauzeit konnte die Kirche am 17. September 1925 geweiht werden. „Wenn wir längst nicht mehr sind, dann steht dieses Gotteshaus als Zeugnis der Opferfreudigkeit und ein Denkmal der Eintracht und Zusammengehörigkeit“ betonte der Pfarrer.

Zunächst fand kein regelmäßiger Gottesdienst statt. Später gab es dann eine Sonntagsmesse im Wechsel mit Dedinghausen, bis schließlich jede Kirche zwei Werktags- und eine Sonntagsmesse erhielt. Nachdem die Kirche schuldenfrei war, wurde sie von der Pfarrei übernommen. Für die Innenausstattung war kein Geld mehr da. Die begann nach dem 2.Weltkrieg durch den Künstler Schellhase aus Schloß Neuhaus. Dieser wohnte bei freier Kost und Logis im Dorf. Bemerkenswert war die Ausmalung des Chorbogens. Thema: Bergpredigt mit den acht Seligpreisungen. Die Gesichter stammten alle von Rixbecker Kindern und Erwachsenen, die Farben wurden selbst gemischt, da fertige Farben noch nicht erhältlich waren. Die Kanzel war schlicht gehalten. Ein Steinmetz arbeitet dann die Köpfe der vier Evangelisten heraus. Ein musikbegeisterter Vikar sorgte dann 1950 für eine Orgel. Für die Gefallenen der beiden Weltkriege wurde durch den Schützenverein ein Ehrenmal geschaffen.. es befindet sich heute in der „kleinen Kapelle“ unterhalb des Turms, die auch bei Schließung des Kirchenschiffs zugänglich ist. 

Die Kirche erhielt 1954 eine erste einfache Heizung. 1956 wurden die drei Glocken angeschafft. St. Philippus zur Erinnerung an den langjährigen Pfarrer Philipp Rheker, St. Hubertus als Dank an den Schützenverein für die vielen Hilfen, Anregungen und Spenden und Ave Maria.

Ab 1972, nach dem 2. Vatikanischen Konzil, wurde die Kirche von Grund auf erneuert. Man wollte sich auf das Wesentliche beschränken, alles, was keinen „künstlerischen Wert“ hatte, verschwand. Buntes und Farben mussten weg. Hochaltar, Kommunionbank und Kanzel wurden entfernt. Die Evangelistenköpfe wurden zunächst aufbewahrt, später dann aber auch vernichtet. Der Marienaltar wurde dem Stifter zurückgegeben und steht heute in dessen Garten. Das Gemälde „Seligpreisungen“, dessen Farben blätterten, wurde übermalt und, als die Grundfarben wieder durchkamen, abgebrannt. 

1988 wurde die Kirche erneut gestrichen, da die Wände zum Teil wieder schwarz geworden waren, 2004 gab es einen neuen Anstrich und das Chor wurde neu gestaltet. Es wurde ein renovierter Hochalter aufgestellt, Er stammt aus der Zeit um 1700 und befand sich im Bereich des Klosters Böddeken. Aus Angst vor Vandalismus wurde das Kirchenschiff durch ein Gitter abgetrennt.



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